Stifterforum der Bürgerstiftung weist gute Perspektiven auf

Am 21. Oktober hatte die Bürgerstiftung Ostfildern zu ihrem dritten Stifterforum eingeladen. Stifter, Spender und Unterstützer der Stiftung, aber auch Vertreter von geförderten Projekten kamen im Kubino zusammen. Nach den Tätigkeits- und Finanzberichten des Vorstands referierte Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG, über die Bedeutung technologischer Innovation für den Wirtschaftsstandort. „Manchmal ist es sehr innovativ, sich auf etwas Altes wie den Stiftungsgedanken zu besinnen, und ich bin sicher, dass wir daraus noch viele gute Impulse bekommen werden“, sagte Oberbürgermeister Christof Bolay zum Auftakt des dritten Stifterforums der Bürgerstiftung Ostfildern am Freitag im Kubino in Nellingen. Bolay, Schirmherr der Bürgerstiftung, schlug damit den gedanklichen Bogen von der grundlegenden Idee, durch bürgerschaftliches Engagement eine Erneuerung des Gemeinsinns zu bewirken, zum Leitmotiv des Abends, der Innovation.

Das Stifterforum versammelt alle Stifter, Spender, Unterstützer und Freunde der Bürgerstiftung Ostfildern und dient der öffentlichen Berichterstattung des Vorstands über die Aktivitäten, die finanzielle Entwicklung und die Perspektiven der Stiftung. „Transparenz und Öffentlichkeit sind wesentlich, und die Stifter haben ein Recht darauf, dass vor ihnen Rechenschaft abgelegt wird“, stellte Vorstandsmitglied Ludger Eltrop klar.

Die Berichte des Vorstands der Stiftung fielen kurz, gleichwohl jedoch präzise und anschaulich aus und wiesen auf hoffnungs-frohe Perspektiven hin. „Wir sind auf einem guten Weg. Wer hätte gedacht, dass die Bürgerstiftung innerhalb von vier Jahren so eine hervorragende und begeisternde Entwicklung nimmt“, fasste Vorstandsmitglied Günter Stoll seinen Finanzbericht zusammen. Stoll hob hervor, dass das Vermögen der Stiftung seit dem Jahr 2007 auf das Vierfache angestiegen sei, was wiederum die Aussichten für künftige Fördervorhaben enorm verbessert habe. Doch nicht nur die Erträge aus den großen Zustiftungen dieses Sommers seien von Bedeutung. Menschen Gutes tun zu können stelle einen Wert an sich dar. „Dafür ist uns jeder Betrag wertvoll und wichtig“, betonte Stoll.

Ludger Eltrop konkretisierte in einem kurzen Rundblick die Fördervorhaben der Stiftung. Die zusätzliche Sportstunde für Schüler der Pfingstweideschule in Kemnat kam ebenso zur Sprache wie das Elterncafé in der Erziehungshilfestelle Friz, der Elterntreff in Scharnhausen, die Lernpartnerschaften der Kinder- und Jugendförderung und das Projekt Kubino on stage. Eltrop stellte auch das große Anliegen vor, den Kindern im Friz ein kostenloses Mittagessen anzubie-ten. „Es ist kaum zu glauben, aber auch in unserem reichen Land gehen Kinder mit hungrigem Magen in den Nachmittag“, sagte er.

Zum Stifterforum werden regelmäßig auch Experten zur Darstellung gesellschafts- und wirtschaftspolitischer Themen geladen. Am Freitag referierte Thomas Weber, Vorstandsmitglied der Daimler AG und dort für Forschung und Entwicklung zuständig, zum Thema „Innovationen als Schlüssel für die Mobilität der Zukunft“. Weber stellte in einem engagierten und detailgespickten Vortrag dar, wie bedeutsam technologische Innovationen nicht nur für die Zukunft eines Produkts und eines Unternehmens, sondern für die Zukunftsfähigkeit einer ganzen Region sind. Individuelle Mobilität könne auch weiterhin durch das Automobil gewährleistet werden, doch dafür bedürfe es des Willens zur Erneuerung. Dies betreffe nicht nur die Antriebe und Kraftstoffe der Zukunft, sondern sämtliche Bauteile eines Fahrzeugs. „Wir wollen das Auto in allen seinen Facetten neu erfinden“, sagte Weber. Doch wer eine Vision habe, benötige auch einen Weg dorthin. Innovativ sei daher auch, das Knowhow verschiedener Branchen zusammen zu führen, um als Region leistungsfähig zu bleiben.

„Vom Entwickler über den Zulieferer und den Dienstleister bis zu den Spezialisten in der Wartung stecken Geschäfts- und Beschäftigungschancen. Wir müssen den Schlüssel zur Produktion wieder selbst in die Hand nehmen“, betonte Weber. Innovationen seien insofern weder Selbstzweck noch Spielwiese für Ingenieure, sondern eine zentrale Zukunftsfrage für Deutschland und den Wohlstand der Region, fasste er zusammen.

Günter Stoll lobte im Nachgang die Idee, Weber zum Vortrag gebeten zu haben. „Auch für technische Laien war das anschaulich“, sagte er. Besonders aber habe ihn die Begeisterung des Referenten für seine Sache beeindruckt. „Das passt doch hervorragend zur Bürgerstiftung“, freute er sich.