Bericht der Städtischen Galerie Ostfildern über die Projekte im Rahmen der Privilegierten Partnerschaft

Die Förderung durch die Bürgerstiftung Ostfildern im Rahmen der Privilegierten Partnerschaft hat es in den vergangenen beiden Schuljahren möglich gemacht, zuletzt 23 Schulklassen und zwei Kitagruppen in der Städtischen Galerie Ostfildern zu begrüßen. So konnten die Kinder und Jugendlichen spielerisch und ohne Berührungsängste einen Zugang zu zeitgenössischer Kunst finden und die Galeriebesuche zu einem festen Teil ihrer außerschulischen Lernangebote werden.
Aufgrund der personellen und finanziellen Aufstellung der Städtischen Galerie wäre ohne die Förderung durch BSO die Anzahl der teilnehmenden Lerngruppen auf maximal 10 pro Ausstellung begrenzt, wodurch wir den uns erreichenden Kooperationsanfragen nicht gerecht werden könnten.
Durch die Unterstützung im Rahmen der Privilegierten Partnerschaft konnte dankenswerterweise eine Verdoppelung der teilnehmenden Gruppen erreicht werden. Der Besuch von drei Ausstellungen pro Schuljahr, die dort erlebte Vielfalt an künstlerischen Positionen und die daraus resultierenden Denkanstöße haben zu einer Vielzahl an positiven Rückmeldungen durch Kinder, Lehrkräfte und Eltern geführt.

Foto: Jürgen Bubeck, Ausstellungsansicht „Maßstäbe“

Begleitprojekte zur aktuellen Ausstellung
Unsere aktuelle Ausstellung „Maßstäbe“ gibt Einblicke in das künstlerische Schaffen von J.MAYER.H, dem Architekten des Stadthauses in Ostfildern, das 2022 sein 20-jähriges Jubiläum feiert. Es handelt sich um den ersten gebauten Entwurf des damals angehenden Architekten Jürgen Mayer H., der nun in der Ausstellung „Maßstäbe“ Einblicke in sein künstlerisches Schaffen gibt, das sich an den Schnittstellen von Architektur und Kunst bewegt. Die Pläne des Stadthauses befinden sich übrigens in der Sammlung des MoMA in New York.

 

Kommunikation in Gebäuden und in seiner Kunst sind Mayer H. ein wichtiges Anliegen, das wir – ausgehend von seinen sogenannten „Data Collagen“ – gerne mit den Kindern und Jugendlichen aufgreifen. Dort tauchen immer wieder Briefumschläge auf, die mit sogenannten Datensicherungsmustern gefüllt sind und zum Nachdenken über Kommunikation anregen.

Foto: Ludger Paffrath, Date Collage von Jürgen Mayer H.

Foto: Galerie, Kinder des Kooperationsprojektes „Briefgeheimnis“ in der Ausstellung „Maßstäbe“

 

        

 

 

 

 

Foto: Susanna Weinbrecht, Kinder des Kooperationsprojektes „Briefgeheimnis“ bei der Erstellung eigener Collagen

 

 

Zudem erkunden wir die Entstehungsgeschichte des Stadthauses und Besonderheiten des markanten Gebäudes, das für Begegnungen und den Austausch der Bürgerinnen und Bürger einen lebendigen Raum schafft. Die Schülerinnen und Schüler werden selbst künstlerisch tätig und setzen in einem 3D-Modell ihre eigenen Visionen und Ideen zu „ihrem“ Stadthaus der Zukunft um.
Das zusätzliches Projekt „Briefgeheimnis“ mit Schülerinnen und Schülern neben der Kunstvermittlung, das im Rahmen der Förderung durch die BSO ermöglicht wurde, greift ebenfalls die geheimnisvollen Briefumschlagfragmente und das Thema Kommunikation aus der aktuellen Ausstellung auf.

       

 

 

Das mit den Kindern zu erarbeitende Kunstprojekt knüpft an Erfahrungen und Eindrücke der letzten beiden Corona-Jahre an, in denen Kontakte gering zu halten waren. Folge war vielfach empfundene Einsamkeit. Doch was haben die Kinder erlebt? Fühlten sie sich auch einsam oder haben sie Einsamkeit bei Freunden, Familie oder Fremden beobachtet?
Die Kinder werden ab Oktober bis zum Jahresende 2022 über sechs Einheiten von ihrer Lehrerin Frau Weinbrecht und der Künstlerin, Kunstphilosophin und Pädagogin Dr. Beate Susanne Wehr, begleitet. Frau Wehr führt in das Thema ein und erarbeitet mit den Kindern praktische und kunstphilosophische Erfahrungen und Themen. So erleben die Kinder das künstlerische Thema ganzheitlich und können die Kunst von J.MAYER H. verstehen.
Ziel ist die Kontaktaufnahme zu Menschen, die sich über einen selbst geschriebenen Brief freuen würden. Im Anschluss kann die Ausstellung im Stadthaus gemeinsam mit den Gästen entdeckt und das „Briefgeheimnis“ gelüftet werden.

Stadthaus-Architekt Jürgen Mayer H. im Gespräch mit Kindern des Kooperationsprojekts „Briefgeheimnis“