„Ostfildern humanitär“ schickt medizinische Geräte für krebskranke Kinder nach Poltawa

„Gerade in dieser schwierigen Zeit für die Ukraine und unsere Partnerstadt Poltawa dürfen wir nicht in Wartestellung gehen, sondern müssen unsere Bemühungen verstärken, den Menschen dort zu helfen“, ist Hans-Ulrich Steinhilber, Vorstandsmitglied der Bürgerstiftung Ostfildern (BSO), über-zeugt. Aus diesem Grund wurden jetzt für rund 10.000 Euro medizinische Geräte für die Krebsstation der Kinderklinik in Poltawa bestellt, die die Bürgerstiftung seit Jahren unterstützt.

Um die Hilfe für krebskranke Kinder auf eine breitere Basis zu stellen, wurde im vergangenen Jahr „Ostfildern humanitär“ aus der Taufe gehoben, ein Kooperations-projekt von BSO und TV Nellingen (TVN), das zum Ziel hat, die Stadtgemeinschaft für die Unterstützung zu gewinnen. „Wir wünschen uns, dass sich Vereine, Schulen, Kindergärten und andere Institutionen mit Aktionen beteiligen“, sagt Steinhilber. Die Aktion des TVN beim Kirbelauf im vergangenen Oktober gab den Startschuss. Die Sportler wurden gebeten, das Pfand für ihren Chip zu spenden. Auch etliche andere Aktionen haben schon Geld in die Spendenkasse gespült: zuletzt die Jugendkultur-nacht im März, bei der 120 Kinder und Jugendliche von TVN, Musikschule, Kinder- und Jugendförderung sowie Erich Kästner-Schule unter dem Motto „TV Nellingen Total“ ein buntes Bühnenprogramm auf die Beine stellten. 200 Euro kamen an Spenden zusammen. Diese hat Sportkoordinatorin Anna-Lena Unseld jetzt an Hans-Ulrich Steinhilber und den TVN-Vorsitzenden Werner Blessing übergeben.

Auch Privatleute haben sich bereits in den Dienst der guten Sache gestellt und anlässlich zu Geburtstagen statt Geschenken um Spenden gebeten. So freut sich Steinhilber, dass seit Ende 2013 schon wieder 8.000 Euro für humanitäre Hilfe gespendet wurden. Im vergangenen Jahr übergab „Ostfildern humanitär“ bereits 10.000 Euro an die Kinderkrebsstation, die aus der Spendenaktion von 2012 stammten.

Die Initiatoren von „Ostfildern humanitär“ wünschen sich noch viele kleine oder größere Aktionen, die ihr Anliegen fördern. Dazu werden demnächst  Vereine, Betriebe, Schulen und Kindergärten in Ostfildern angeschrieben. Ziel sei, dass pro Einwohner Ostfilderns jährlich ein Euro gespendet werde. Mit gut 37.000 Euro könne man eine Menge bewegen, so Steinhilber.

 „Als größter Verein in Ostfildern wollen wir unsere Stellung nutzen und mit gutem Bei-spiel vorangehen. Es wäre schön, wenn sich andere Vereine und Institutionen an-schließen würden“, betont Blessing. Der TVN unterstützt „Ostfildern humanitär“ auch durch seine Geschäftsstelle.

Alle Spenden kommen ohne Abzug dem humanitären Zweck zu Gute, dafür stehen die beiden Stadtverwaltungen Ostfildern und Poltawa gerade. „Bei allen politischen Wirren sind wir so auf der sicheren Seite, erklärt Steinhilber. Man gebe das Geld erst aus der Hand, wenn die medizinische Aus-rüstung geliefert sei. Feste Gewährsleute vor Ort garantierten dies, so Steinhilber. Ein Arzt aus Ostfildern half mit bei der Auswahl der geeigneten Geräte.

„Wir machen unser Engagement nicht von der politischen Lage abhängig, sondern handeln da, wo Not herrscht und Hilfe gebraucht wird“, betont Steinhilber. „Es geht schließlich um die Menschen und nicht um die Politik“, ergänzt Blessing. In ihrer Haltung bestärkt werden Steinhilber und Blessing von Kanzleramtsminister Peter Altmai-er. In einem Schreiben an die Stadt ermunterte er vor wenigen Tagen dazu, „die bestehenden kommunalpolitischen und zivil-gesellschaftlichen Verbindungen zu nutzen und weiter zu aktivieren, um den ukrainischen Partnern ideelle und gegebenenfalls auch konkrete materielle Unterstützung in diesem schwierigen Zeiten zukommen zu lassen.

 

Hans-Ulrich Steinhilber, Anna-Lena Unseld, Werner Blessing (v.l.); Foto: Rapp-Hirrlinger