Außerordentlich erfolgreich ist das von der Bürgerstiftung Ostfildern, dem Freundeskreis Asyl Ostfildern und der Stadt Ostfildern getragene Mentoring-Projekt für geflüchtete Menschen. Seit dem Start im Mai 2016 unterstützen Mentorinnen und Mentoren geflüchtete Menschen bei der Integration – ob beim Deutschlernen, bei der Alltagsbegleitung, in der Schule, bei der Ausbildung, dem Berufseinstieg oder der Begleitung ganzer Familien. Um eine gewisse Verbindlichkeit herzustellen, schließen Mentoren und Mentees Teilnahmevereinbarungen ab. Fast 290 Vereinbarungen sind seither geschlossen worden; etwa 150 davon sind aktiv. Für 2019 sind 120 neue Vereinbarungen geplant; bereits 29 neue wurden dieses Jahr abgeschlossen. Die Finanzierung des Projekts über das Programm „Menschen stärken Menschen“ des Bundesfamilienministeriums ist bis 2021 gesichert.

Zudem ist es in Zusammenarbeit der Bürgerstiftung und der Stadt gelungen, die bisher mit den Geldern aus Berlin auf Honorarbasis bezahlte Tätigkeit in eine auf drei Jahre befristete Teilzeitstelle umzuwandeln. Die Stadt hat dafür einen Zuschuss zur Verfügung gestellt, so dass für dieses wichtige Scharnier der Integration nun eine 40-Prozent-Stelle vorhanden ist. Und für die bisherige Koordinatorin Doris Kirschner, die sich beruflich verändert hat, konnte eine exzellente Nachfolgerin gewonnen werden: Sarah Naaseh hat die neue Aufgabe Anfang Mai übernommen. Sie hat an der Oxford University einen Bachelor in Arabisch/Islamwissen-schaft und Armenisch sowie an der Sabanci University in Istanbul einen Master in Turkish Studies abgelegt. Als Teil ihres Bachelorstudiums hat sie außerdem ein Jahr in Damaskus studiert und 2013/14 als Ehrenamtliche für syrische Geflüchtete gedolmetscht. Während der letzten vier Jahre war sie am Dezernat Internationales der Universität Stuttgart tätig, unter anderem als Koordinatorin der German University in Cairo. Sarah Naaseh spricht mehrere Sprachen, darunter auch sehr gut Arabisch.

Durch das Mentoring-Projekt ist ein Netzwerk über alle Stadtteile Ostfilderns entstanden; in vielen Fällen haben sich daraus belastbare Beziehungen entwickelt. An diesem Netz will Sarah Naaseh nun weiter knüpfen; bei ihrer Arbeit tauscht sie sich mit den städtischen Sozialarbeiterinnen regelmäßig aus. Die Schwerpunkte des Mentoringprojekts verändern sich im Laufe des Integrationsprozesses. Zur Zeit ist Hausaufgabenbetreuung wichtig. Da geht es um Deutsch und Mathematik für Schüler und Schülerinnen in der Grundschule oder weiterführenden Schulen sowie meist für junge Männer um die Vorbereitung auf den Hauptschulabschluss oder um Unterstützung für die Berufsschule. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Betreuung von Familien (Schwangerschaft, Geburt, Integration der Kinder in Kita und Schule). Frauen und Mädchen sollen künftig verstärkt unterstützt werden.

Für das Programm werden immer neue Mentorinnen und Mentoren gesucht, die einzelne Geflüchtete oder auch eine Familie begleiten. Die Koordinatorin begleitet die Patenschaften und unterstützt die Mentorinnen und Mentoren bei ihren Aufgaben.

Interessierte wenden sich bitte an Sarah Naaseh unter mentoring.buergerstiftung@outlook.de