Mitte November startete unser Projekt bei Tibor, dem selbstständigen Ziegen-, Schaf- und Rinderhüter. An 5 Freitagen durften wir an seinem Alltag mit den Tieren teilhaben und ihm helfen. Nachmittags waren wir für je 3 Stunden bei ihm auf dem Hof in Nellingen. Die Kinder waren aufgeregt und gespannt, was auf sie zukommt.

„Ich liebe meine Tiere“- sagt Tibor.

Und das konnten wir sichtbar spüren. Tibor vermittelte den Kindern schnell, dass es wichtig ist Respekt vor den Tieren zu haben und sie gut zu behandeln. Er sagte: „Wenn ich gut zu den Tieren bin, dann sind sie gut zu mir.“ Er zeigte uns den Stall, die Kühe, Schweine, Schafe und Ziegen und erzählte, was er tagtäglich macht. Es war ein reger Austausch und viele Fragen wurden beantwortet.

Das Streicheln der Tiere war immer ein großes Highlight, aber auch das Misten, Stroheinstreuen, Zäune stecken und Vieles mehr gehörte zu unseren Aufgaben. Schön war es nach getaner Arbeit zu sehen, was wir geschafft hatten, und das nur, da wir alle zusammen halfen. Die Kinder lernten, dass es mit dem Streicheln der Tiere nicht getan ist, dass man Verantwortung für sie übernehmen muss, wenn man sie halten will.

Spannend war auch, als wir die Kühe auf der Weide besuchten. Tibor erklärte, wie die Kühe untereinander kommunizieren, wer das ranghöchste Rind ist und dass man bestimmte Regeln beachten muss, wenn man auf die Weide geht. Dies ist bestimmt eines der prägendsten Ereignisse gewesen, welches wir bei Tibor hatten. Dies nun in den Alltag zu transportieren und Mitmenschen gut zu behandeln und manchmal auch erst zu beobachten ist nun unsere Aufgabe.

Tibor sprach mit den Kindern auch offen über das Thema Fleischkonsum. Dies war für die Kinder eine völlig neue Lebenswelt. Das Halten von Tieren und die Schlachtung, um danach  Fleisch und Wurst essen zu können. Am letzten Tag gab es Tibors Lammwürste, die wir zusammen grillten.

Die Aufgabe von Tibor besteht jedoch nicht nur in der Tierhaltung. Die Aufgabe der Tiere ist es den Erhalt der Landschaft durch Beweidung sicherzustellen. Die Landschaftspflege benötigt viel Arbeitseinsatz. Durch das Beweiden wird eine Verbuschung der Wiesen ohne großen maschinellen Einsatz verhindert. Dies konnten die Kinder beim Stecken der Zäune und Umsiedeln der Tiere miterleben!

Vielen Dank liebe Bürgerstiftung für das Ermöglichen solch eines tollen Projektes! Die Kinder reden heute noch von Tibor und seinen Ziegen und wie toll sie dort alles gefunden haben.

Gerne würden wir dieses Projekt fortführen, da die Kinder enorm profitiert haben. Tibor hat es durch seine natürliche Autorität geschafft die Kinder in den Bann der Landwirtschaft zu ziehen. Er hat uns gezeigt, was Respekt gegenüber Natur und Tier bedeutet und wie schön es ist die Liebe der Tiere zu erleben, wenn man gut zu ihnen ist.

Bericht und Fotos: Erziehungshilfestelle friz Ostfildern